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Das Schulhaus Heerenweg

Seit 1960 die Primarschule für Aesch, Riet und Hünikon, auf der Anhöhe zwischen den Dörfern. Im Schuljahr 2026/27 lernen hier 64 Kinder in drei Doppelklassen. Vier Gebäude der Anlage sind im Inventar der kantonalen Denkmalpflege als Bauten von regionaler Bedeutung verzeichnet. Dieses Schulhaus kommt in der Vorlage vom 29. November nicht vor. Hier steht, was die Schule Neftenbach an ihm hat.

Pausenplatz des Schulhauses Heerenweg mit aufgemalten Spielfeldern vor den weissen Schulgebäuden
Pausenplatz mit Spielfeldern

Die Schule heute

Die Primarschule Neftenbach zählt 394 Kinder an zwei Standorten, Auenrain im Dorf und Heerenweg (Schuljahr 2025/26). Am Heerenweg werden eine 1./2., eine 3./4. und eine 5./6. Klasse geführt, 64 Kinder im Schuljahr 2026/27. Seit 2014/15 arbeitet die Schule zusammen mit dem Kindergarten Aesch nach dem Modell «Fokus Starke Lernbeziehungen»: möglichst wenige Lehrpersonen pro Klasse, Förderung im Klassenunterricht statt in Zusatzprogrammen.

Quelle: schule-neftenbach.ch, Primarschule Heerenweg; schule-neftenbach.ch, Primarschule (abgerufen am 27. Oktober 2026).

Was die Schule Neftenbach mit dem Heerenweg hat

Der Heerenweg ist kein Notbehelf, den man bei Gelegenheit abschafft. Er ist einer von zwei Primarschulstandorten der Gemeinde, mit Eigenschaften, die sich nicht bauen lassen. Die Forschung zeigt: Kinder in kleinen Schulen und in Doppelklassen lernen gleich gut wie Kinder in grossen Schulen und Jahrgangsklassen. Nicht besser, nicht schlechter. Was der Heerenweg dazu bringt, nützt der ganzen Gemeinde.

Zwei Lernumgebungen, eine Schule

Die Schule Neftenbach hat heute etwas, das grössere Gemeinden sich wünschen: zwei unterschiedliche Lernumgebungen unter einer Leitung. Im Dorf ein grosses Schulhaus mit mehreren Klassen pro Jahrgang, am Heerenweg ein kleines mit drei Doppelklassen. Mit einer Zentralisierung verliert die ganze Gemeinde diese Wahl, nicht nur die Aussenwachten.

Ein Team, das Bestand hat

Alle Lehrpersonen am Heerenweg gehören seit mehr als fünf Jahren zum Team. Für die Kinder heisst das: dieselben Bezugspersonen über Jahre, kein jährlicher Neustart.

Angabe des Komitees, Stand Oktober 2026.

Doppelklassen fördern alle

Erst- und Zweitklässler lernen zusammen, Dritt- und Viertklässler, Fünft- und Sechstklässler. Wer schneller ist, arbeitet mit den Älteren mit, wer Zeit braucht, bekommt sie. Die Schweizer Basisstufen-Evaluation der EDK-Ost mit 170 Klassen in 11 Kantonen zeigte: Altersgemischter Unterricht erfüllt die Lernziele, bringt keine Nachteile für leistungsstarke Kinder, und über 80 Prozent der Eltern sowie über 90 Prozent der Lehrpersonen urteilten positiv. In Graubünden ist mehr als jede dritte Primarabteilung mehrklassig, und die Bündner Regierung sieht darin mögliche «spürbare pädagogische Vorteile». Lehrpersonen mit Erfahrung sagen: Zwei Jahrgänge in einer Klasse lassen sich gut unterrichten. Die internationale Forschung findet für Kinder in Doppelklassen im Durchschnitt gleiche Leistungen wie in Jahrgangsklassen, für die 1. und 2. Klasse teils Vorteile. Der Kanton Zürich verlangt keine Mindestgrösse für Schulen oder Klassen und erlaubt Mehrklassen ohne Bewilligung.

Quellen: EDK-Ost 2010, Basisstufen-Evaluation; Regierung Graubünden 2016; Trachsler, PH Thurgau 2008; Veenman 1995, zitiert in RAND 2009; Borbely et al. 2023; RRB 192/2013.

Ein Schulweg, den die Kinder selber gehen

Die Kinder vom Heerenweg legen ihren Schulweg selbständig zurück, mit dem Velo oder dem Trottinett, in der Gruppe, ohne Elterntaxi. Von Hünikon aus sind das rund 1.1 Kilometer, viermal am Tag, bei jedem Wetter. Genau das empfehlen bfu und TCS: Kinder, die den Schulweg selbständig zurücklegen, sind körperlich aktiver, haben mehr Kontakte und werden früher selbständig. «Nur in Ausnahmefällen sollte ein Kind mit dem Auto zur Schule gefahren werden», schreibt die bfu. Ein einziger Standort im Dorf heisst für diese Kinder einen deutlich längeren Weg, Schulbus oder Elterntaxi. Ist ein Schulweg nicht zumutbar, muss die Schulpflege auf eigene Kosten Schulbus oder Begleitung anordnen. Diese Kosten stehen in keiner Rechnung zur Vorlage.

Quellen: Schulweg und Distanz: Angabe des Komitees. bfu, Fachbroschüre Schulweg; Marzi & Reimers 2018; VCS/FVS Schulwegstudie 2026; § 8 Abs. 3 Volksschulverordnung ZH.

Kleine Übergänge

Kindergarten in Aesch, kleine Primarschule am Heerenweg, Sekundarschule im Dorf: drei Schritte, jeder überschaubar. Die Übergangsforschung hält fest, dass Überlastungsreaktionen beim Schuleintritt vermeidbar sind, wenn Veränderungen im Lebensumfeld des Kindes gering, vorhersehbar und kontrollierbar bleiben.

Quellen: Griebel & Niesel, Deutscher Bildungsserver; PH Bern 2020, «Erfolgreich in den Kindergarten».

Ein Treffpunkt für drei Ortsteile

Der Heerenweg ist der Ort, an dem sich Hünikon, Aesch und Riet begegnen. Wir kennen Familien, die wegen dieser Schule nach Hünikon, Aesch oder Riet gezogen sind. Andere Zürcher Gemeinden wissen, was ein Schulhaus für eine Aussenwacht bedeutet: Bäretswil führt seinen Aussenstandort Maiwinkel bis 2035 bewusst mit drei Doppelklassen 1./2., 3./4. und 5./6. weiter, exakt das Modell des Heerenwegs. Illnau-Effretikon hält an den Dorfschulhäusern Ottikon, Kyburg und Bisikon fest. Winterthur baut für rund 30 Millionen Franken ein neues Schulhaus für die Aussenwacht Iberg.

Quellen: Schulstandortstrategie Bäretswil 2018 bis 2035, S. 27 bis 31; Schulraumplanung Illnau-Effretikon 2020; Weisung Stadtrat Winterthur, Schulhaus Iberg.

Biotop mit Weiher und farbig bemaltem Holzzaun auf dem Schulareal
Biotop mit Weiher
Spielplatz mit Rutschbahn und Klettergerüst neben dem Schulhaus
Spielplatz
Sportwiese mit Fussballtor und Pingpongtisch vor der Turnhalle
Sportwiese
Turnhalle mit rotem Allwetterplatz
Turnhalle und Allwetterplatz

Wie der Heerenweg entstand

Die Geschichte dieses Schulhauses ist speziell. Sie beginnt lange vor dem Bau und erklärt, warum es dort steht, wo es steht: nicht in einem der Dörfer, sondern dazwischen.

  • Der Erziehungsrat des Kantons Zürich fordert die Zusammenlegung der Schulen von Hünikon und Aesch. Beide Orte besitzen damals eigene Schulhäuser.

  • Aesch-Riet baut ein neues Schulhaus an der Rietstrasse 4, der heutige Kindergarten Aesch.

  • Die Diskussionen über ein gemeinsames Schulhaus beginnen, sieben Jahre vor dem Bezug. Der Winterthurer Architekt Professor Ulrich Baumgartner gewinnt den Wettbewerb. Der Kanton bindet die Gemeinde Neftenbach, damals Finanzausgleichsbezügerin, zurück: Baumgartner muss sein Projekt von 830'000 auf 700'000 Franken reduzieren.

  • Bezug. Der Heerenweg übernimmt die Funktion eines Zentralschulhauses für Hünikon, Aesch und Riet. Die einstöckigen Gebäude mit Pultdach sind ungewohnt, im Dorf heisst die Anlage «Hühnerfarm». Als Besucher aus China und Japan anreisen, um den Bau zu bewundern, kehrt die Stimmung. Gruppenräume, direkter Ausgang jedes Zimmers ins Freie, Fernsicht: Der Bau ist seiner Zeit voraus.

  • Erweiterung der Anlage. Platzprobleme gibt es seither keine.

  • 50-Jahr-Feier mit rund 50 Schulkindern, Eltern, Lehrpersonen und Bevölkerung. Schulpräsidentin Elvira Venosta zur damaligen Schulpflege: «Die Behörde ist für eine Lösung eingetreten, von der wir noch heute profitieren.»

  • Start des Schulversuchs «Fokus Starke Lernbeziehungen» am Heerenweg und im Kindergarten Aesch.

    schule-neftenbach.ch

  • Die Schulpflege stellt eine Zentralisierung in den Raum. Was folgte, steht in der Vorgeschichte.

  • Vier Gebäude der Schulanlage Heerenweg sind in der Karte «Archäologische Zonen und Denkmalschutzobjekte» des Kantons Zürich als Bauten von regionaler Bedeutung eingetragen. Solche Objekte fallen in die Zuständigkeit der kantonalen Denkmalpflege. Ein Abbruch oder Umbau ist damit nicht einfach ein Gemeindeentscheid.

    Quelle: GIS-Browser des Kantons Zürich (maps.zh.ch), Karte «Archäologische Zonen und Denkmalschutzobjekte», Parzelle 3904, abgerufen am 27. Oktober 2026 (Bildschirmkopie). Die Karte ist gemäss Kanton keine Inventareröffnung nach § 209 Abs. 2 PBG.

Quelle für 1852 bis 2010, soweit nicht anders vermerkt: Zeitungsbericht «Schulhaus vor 50 Jahren seiner Zeit voraus» von Ruedi Fretz, September 2010, zur 50-Jahr-Feier des Schulhauses Heerenweg.

Schultrakt mit Pultdach und Oberlichtband im Abendlicht
Pultdach und Oberlichtband: die Architektur von 1960
Stirnseite eines Schultrakts mit Pultdach, davor Wiese
Einstöckig, jedes Zimmer mit Ausgang ins Freie
Föhre vor den Schultrakten, im Hintergrund Wald und Felder
Zwischen den Trakten
Regenbogenfarbener Holzzaun am Biotop, dahinter ein Schultrakt
Am Biotop
Zufahrt zur Turnhalle mit Allwetterplatz
Zufahrt zur Turnhalle
Blumenwiese hinter den Schultrakten
Wiese hinter dem Schulhaus
Schultrakt im Abendlicht, die Sonne hinter einer Föhre
Abendlicht
Bemalte Holzpfosten am Rand des Schulareals, dahinter Felder und Aesch
Am Rand des Areals, mit Blick über die Felder nach Aesch

Fotos: Komitee «Schulraum für ganz Neftenbach», 2026.

Was wir nicht behaupten

Wir sagen nicht, dass Kinder am Heerenweg besser lernen als im Dorf. Die Forschung findet keinen Unterschied, in beide Richtungen. Wir sagen nicht, dass der Heerenweg nichts kostet. Die Sanierung wird teuer, und das gehört in die Rechnung. Wir verlangen kein Privileg für die Aussenwachten. Wir verlangen, dass die Gemeinde über ihre beiden Schulstandorte entscheidet, bevor sie einen davon überflüssig baut.

Die ausführliche Auswertung der Studien zu kleinen Schulen, Doppelklassen, Schulschliessungen und Schulweg stellen wir auf Anfrage zur Verfügung: info@schulraum-ganz-neftenbach.ch.

Darum Nein am 29. November Ich unterstütze das Nein